Stellungnahme des Fanverband Leipzig e. V.

Stellungnahme des Fanverband Leipzig e. V.
zu den Geschehnissen beim Auswärts-Spiel

RB Leipzig gegen Paderborn

Um es ganz deutlich zu sagen: das was in Paderborn passiert ist, lässt uns sprachlos zurück. Alles, was unsere Fanszene bis dahin auszumachen schien, wurde mit Füßen getreten oder ging, wie man so schön sagt, in Rauch auf.
Monatelange Dialoge und Versuche sich aufeinander zuzubewegen, unterschiedlichste Gruppen an einen Tisch zu holen und zusammen zu bringen, wurden für ein bisschen Party und Selbstdarstellung Einzelner mit einer geplanten Aktion zunichte gemacht. Besser hätte man ein „Ihr könnt uns mal“ nicht formulieren können. #Danke für nichts!

Nachdem sich genau eine Woche vorher, ein großer Teil der Fanszene von RB Leipzig zu einer Kurvensitzung getroffen hatte, bei der man sich noch einig war:
1. dass man einen gemeinsamen Weg bestreiten möchte
2. dass unsere heterogene Fankurve Zeit zur Entwicklung braucht
3. dass nur gemeinsamer Respekt der Weg für die Zukunft sein kann.

Auch unsere Capos, die maßgeblich an diesem Dialog beteiligt waren, sicherten zu, den erforderlichen Respekt und gegenseitiges Verständnis in die Kurve zu tragen.

Genau eine Woche danach, brauchen ein paar Idioten ein bisschen Party und Anerkennung.
Bis zur Halbzeit stand der Block noch geschlossen zusammen, die Stimmung war gut, die Beteiligung hoch.
Tja und dann kam die 47. Minute: ein Banner wird über die Köpfe gezogen, Sturmmasken über Gesichter, lustiges Plätze tauschen und zack stand die Kurve im roten Nebel. Personen, die damit nicht einverstanden waren, wurden beiseite gestoßen.
Der Großteil der Kurve zeigte auf ihre Art seinen Unmut, teilweise auch mit fragwürdigen Mitteln, einige Leute verließen aus Protest das Stadion.

Die Neutralität der Capos war unserer Meinung nach nicht gewahrt. Wir müssen an dieser Stelle feststellen, dass die Capos zu diesem Zeitpunkt eben nicht die Werte der gesamten Fankurve vertreten haben.
Oft wird argumentiert „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“, wenn jedoch mehrere Personen im Nachgang unter Atemnot leiden, so reden wir von Körperverletzung und damit von einer Straftat.

Sollen das die Werte unserer Fanszene von Rasenballsport Leipzig sein? Wir sagen NEIN und sprechen uns in aller Klarheit gegen Pyrotechnik und Gewalt im Stadion aus.
Dass Leuten, die zu derartigen Mitteln greifen, um eine wie auch immer geartete Aufmerksamkeit zu erregen, nicht klar ist, dass die kreative und bunte Gestaltung der Fankurve, des Supports, dass schlichtweg unsere Choreos in Gefahr sind, weil Menschen aus unterschiedlichen Fangruppierungen ihre finanzielle als auch personelle Unterstützung einstellen werden, da sie annehmen müssen, dass die Spendengelder nicht ausschließlich im Sinne der friedlichen Fankultur verwendet werden, lässt uns nur noch mit dem Kopf schütteln und am Sinn unserer langjährigen Arbeit zweifeln.

Des Weiteren möchten wir darauf hinweisen, dass das von Herrn Mintzlaff veröffentliche Statement nicht im Sinne einer gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Fanverband und Verein ist. In solchen Fällen ist Ermittlungsarbeit Sache von Verein und Polizei. Wir leben die Werte und Normen der friedlichen Fankultur, sehen uns jedoch definitiv nicht als Erfüllungsgehilfen des Vereins.

04.12.2019, Fanverband Leipzig e. V.